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Daniel Odijka & Viktar Marconovic (14.08.2012)

Im Vorfeld der Leipziger Buchmesse mit ihrem Schwerpunkt “tranzyt” zu Literatur aus Polen, Belarus und der Ukraine, hatten wir die Freude, gemeinsam mit Kultur Aktiv e.V. und dem Polnischen Institut Leipzig zwei der Autoren in Dresden begrüßen zu dürfen.

 

Daniel Odija (*1974) präsentiert seinen Roman “Auf offener Straße” (Zsolnay, 2012), in dem er in knappen Sequenzen eine Gesellschaft im Übergang, ihre Träume und Hoffnungen genauso wie ihre Exzesse und Tristesse zeigt. Er beschreibt sie präzise, unbestechlich, aber niemals herzlos-diffamierend.

 

Viktar Marcinovič (*1977) treibt in “Paranoia” die staatliche Überwachung in einem nicht näher benannten, aber unschwer als Belarus erkennbaren Staat auf die Spitze. Da heißt es warnend vorab: Zur Vermeidung ungewollter Straftaten ruft der Autor dazu auf, von der Lektüre dieses Buches Abstand zu nehmen, wohl wissend, dass er es im Grunde besser gar nicht erst zur Niederschrift gebracht hätte.”

 

Beide Romane verbindet die Auseinandersetzung mit Auswirkungen politischer und wirtschaftlicher Veränderungen auf die Menschen und ihre Beziehungen –Die heutige Zeit ist insofern besonders, als Antiutopien nach ganz realen Stoffen geschrieben werden können. Man braucht sich kein ’1984′ mehr auszudenken, man muss bloß die Augen aufmachen.” (V. Marcinovič)

 

Die Lesung wurde musikalisch von Hartmut Dorschner (sax) begleitet und von Thomas Weiler und Tina Wünschmann moderiert.

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